10.06.2026

Israel Shelanu Lunchtalk in der Deutschen Botschaft

Am Mittwoch, 10. Juni, besuchte FES-Israel einen Lunchtalk mit der NGO Israel Shelanu, einer Partnerorganisation von FES-Israel, in der Deutschen Botschaft in Tel Aviv. Die Veranstaltung brachte diplomatische Vertreterinnen und Vertreter und internationale Organisationen zusammen.

Bei der Diskussion wurden unter anderem die Herausforderungen erörtert, denen russischsprachige Israelis ausgesetzt sind, sowie Möglichkeiten zur Stärkung ihrer demokratischen Teilhabe und sozialen Integration. FES-Israel wurde dabei durch Micky Drill vertreten.

Der Lunchtalk wurde von Vicki Idzinsky, Gründerin und Direktorin von Israel Shelanu, gemeinsam mit Dr. Nica Kostenko, Vorstandsmitglied der Organisation sowie Sozialwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Tel Aviv, gestaltet. Sie beleuchteten aus praxisnaher und wissenschaftlicher Perspektive bestehende Hürden für russischsprachige Communities in Israel, darunter soziale Ausgrenzung, Unterrepräsentation sowie unterschiedliche Integrationserfahrungen zwischen den verschiedenen Alijah-Wellen. Dabei wurde betont, dass viele Einwanderinnen und Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion trotz langjährigen Präsenz weiterhin mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert sind. Auch fortbestehende sozioökonomische Ungleichheiten innerhalb der Community sowie Erwartungen an Anpassung, die mit einem Verlust von Identitätsanteilen verbunden sein können, wurden thematisiert.

Ein besonderer Fokus lag auf der Einwanderung nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022. Israel Shelanu hob hervor, dass viele der Neuangekommenen Israel mit dem Wunsch nach Demokratie und gesellschaftlicher Teilhabe verbunden haben, jedoch häufig nur begrenzte Zugänge zu politischer und zivilgesellschaftlicher Partizipation finden. In der Diskussion wurde zudem herausgestellt, dass rechte politische Akteure diese Communities vergleichsweise erfolgreich ansprechen – insbesondere im Kontext der Ereignisse des 7. Oktober –, während progressive und mitte-links orientierte Akteure bislang Schwierigkeiten haben, diese Gruppen systematisch einzubinden. 

Vor diesem Hintergrund lässt sich bei vielen russischsprachigen Israelis eine zunehmende Hinwendung zum rechten politischen Spektrum beobachten. Gleichzeitig haben viele von ihnen ihre Herkunftsländer auf der Suche nach mehr Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Gleichberechtigung verlassen. Umso bedauerlicher erscheint es, dass diese Bevölkerungsgruppe bislang nur begrenzt von progressiven sowie mitte-links orientierten politischen Kräften erreicht wird. Gerade aufgrund ihrer Erfahrungen und ihres ursprünglichen Strebens nach demokratischen Werten könnten sie ein wichtiger Partner für dieses politische Lager sein.

Insgesamt bot der Lunchtalk die Gelegenheit, die Arbeit von Israel Shelanu besser kennenzulernen, einer kürzlich gegründeten NGO, die russischsprachige Einwanderer_innen aus verschiedenen Alija-Wellen mit demokratischen Institutionen und der Zivilgesellschaft vernetzt. Durch Schulungen, politische Bildung, Führungskräfteentwicklung und Initiativen zum Aufbau von Gemeinschaften zielt die Organisation darauf ab, die Teilhabe am demokratischen Leben Israels zu stärken und sicherzustellen, dass russischsprachige Israelis aktiv zur Zukunft des Landes beitragen.

FES-Israel befindet sich nun im zweiten Jahr seiner Partnerschaft mit Israel Shelanu und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit zur Stärkung der demokratischen Teilhabe und der zivilgesellschaftlichen Integration.

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Friedrich-Ebert-Stiftung
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Tuval 40, Sapir Tower
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