24.06.2026

Von der Basisarbeit zum Wandel: Frauen und Gemeinschaften in den nicht anerkannten Dörfern in der Negev

Am 24. Juni 2026 fand die Studientour „Von der Basisarbeit zum Wandel: Frauen und Gemeinschaften in den nicht anerkannten Dörfern in der Negev“ statt.

Die Tour wurde in Kooperation zwischen Itach Ma’aki – Anwältinnen für soziale Gerechtigkeit, Standing Together und FES Israel organisiert und ist Teil eines von der Europäischen Union kofinanzierten Projekts. Sie umfasste Besuche beim Rat der nicht anerkannten Dörfer, in der Stadt Rahat und im Dorf Al-Zarnuq, wo wir uns mit weiblichen Führungskräften, Aktivistinnen und Fachkräften aus der Gemeindearbeit trafen. 

Unter den Teilnehmerinnen waren auch Frauen, die an Manhigot HaNegev (Führungskräfte des Negev) teilgenommen hatten, einem Führungskräftelehrgang für beduinische Frauen, den wir im vergangenen Jahr gemeinsam mit Itach Ma’aki – Anwältinnen für soziale Gerechtigkeit im Rahmen des von der Europäischen Union kofinanzierten Projekts durchgeführt hatten. Die Tour bot jüdischen und beduinischen Teilnehmerinnen die Gelegenheit, sich untereinander sowie mit lokalen weiblichen Führungskräften und Aktivistinnen zu vernetzen, auszutauschen und von deren Erfahrungen zu lernen.

Die Referent_innen gaben Einblicke in die Herausforderungen, denen sich Beduinengemeinschaften in der Negev-Wüste gegenübersehen, darunter Hauszerstörungen, Vertreibung und der Druck, in anerkannte Beduinensiedlungen bzw. Städte umzusiedeln, die bereits mit erheblichem Wohnraummangel zu kämpfen haben. Es wurde auch erläutert, dass die Beduinengesellschaft nach wie vor stark von ihrer Stammesstruktur geprägt ist. 

Folglich kann eine Umsiedlung besonders schwierig sein, da Familien von ihren traditionellen Unterstützungsnetzwerken getrennt werden und sich in manchen Fällen nicht vollständig in die neuen Gemeinschaften integrieren lassen. Mehrere Referent_innen äußerten zudem die Besorgnis, dass einige Abrisse und Umsiedlungen mit staatlichen Entwicklungsplänen zusammenhängen, darunter die Errichtung neuer jüdischer Siedlungen anstelle der bestehenden Beduinendörfer.

Ein weiteres wichtiges Thema war der Bedarf an kultursensiblen Initiativen. In manchen Gemeinschaften schränken traditionelle Geschlechterrollen die Möglichkeiten von Frauen weiterhin ein, selbstständig zu reisen, außerhalb des Hauses zu arbeiten oder am öffentlichen Leben teilzunehmen. Infolgedessen haben Aktivistinnen und Aktivisten sowie Gemeindeorganisationen kreative Ansätze entwickelt, um Frauen vor Ort einzubinden und ihnen Möglichkeiten zur Führung, Bildung und Teilhabe zu eröffnen, die an die lokalen Gegebenheiten und Bedürfnisse angepasst sind.

Die Reise verdeutlichte sowohl die Herausforderungen als auch die Widerstandsfähigkeit der Beduinengemeinschaften sowie die entscheidende Rolle der Frauen beim sozialen Wandel. Sie bot zudem wertvolle Gelegenheiten zur Vernetzung, und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begannen bereits, Beziehungen zu lokalen Aktivistinnen und Aktivisten aufzubauen, um künftig zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen.

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